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Mai 31

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Anno 1280 – Der Trubel vor dem Markt

Als heute morgen das stetige Tröpfeln von Regen auf dem weißen Stoffzelt zu hören war, sah ich meine Befürchtungen bestätigt. Dieses Wochenende wird grau und eklig, wir werden fürchterlich frieren und wir werden ersaufen.

 

Dabei war der Abend zuvor so schön…

Wir hatten die zwei Zelte und die Feldbetten aufgestellt, unsere überreichlichen Besitztümer verstaut, die Tische vor die Tür gesetzt, den Waffenständer eingekleidet. Ein kleiner Hund zog sein Herrchen heran und hob das Bein an einer der drei miteinander verschnürten Hellebarden, bevor ein zweiter ankam und ihn in einem kurzen Streit durch die Stiele trieb, die Hellebarden fielen. Doch es blieb alles heil, auch die Hunde und die gute Stimmung.

 

Das Abendessen genossen wir schon im Dunkeln, zwischen wärmendem Lagerfeuer und flackernden Öllampen. Das erste Bier und Met verschwand spurlos, Gesellschaft fand sich, Geschichten und Anekdoten hoben die Stimmung, die ersten Lieder erklangen.

 

Die Nacht im Zelt war kalt, aber nicht so kalt wie befürchtet, der Schlafsack reichte locker.

 

Und dann der Regen.

 

Doch jetzt, 16 Uhr, ist nichts mehr davon zu sehen. Im Gegenteil: Die Sonne strahlt, hin und wieder lockert eine Brise die Hitze, bevor sie drückend werden kann.

 

 

Wo bin ich?

Dieses Wochenende bin ich auf Anno 1280, dem Mittelaltermarkt in Isselhorst. Er beginnt ganz offiziell erst heute Abend, doch die Komparsen, Schausteller und Standbesitzer sind schon da. Überall wird aufgebaut, eingeräumt, gequatscht und gelebt.

Ich bin auch als Komparse da, darf umsonst rein, weil ich zur Stimmung beitrage und helfe das Erlebnis Mittelalter für die Besucher umzusetzen.

Mein Mann und ich begleiten dieses Jahr seinen Cousin und einen weiteren Malteser. 1280 gab es die Malteser noch nicht, daher stellen wir Ihren Ursprungsorden dar, die Hospitaliter.

 

Um 17 Uhr eine kurze Einführung an der Burg, freundliche, familiäre Atmosphäre. Danach verläuft sich die Ansammlung wieder. Holde Maiden, kleine Ritter, große Ritter, Bauer und Adelige wandeln umher, die Musiker proben, die Leibgarde des Grafen wird zusammengestellt und eingewiesen, zwei Techniker prüft den Sound und scherzen über unser Zelt hinweg um ihre Mikrophone einzustellen.

 

Jetzt fehlen nur noch die Besucher. Die kommen um 19 Uhr, dann ist Markteröffnung.

Vielleicht seid Ihr auch dabei?

 

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2 Kommentare

  1. nobby morkes

    schön geschrieben … für das nächste jahr sucht der graf noch eine hofberichterstatterin :-)

  2. Anna-Leia

    Hehe, wenn ich nächstes Jahr dabei sein kann, dann können wir gerne nochmal darüber sprechen! :)

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