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Aug 17

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Der Realismus des Dialogs – Teil 1

 

Dialog ist ein wichtiges Instrument für jeden Autor. Aber was ist realistischer Dialog, wie unterscheidet er sich von den täglichen Unterhaltungen, die wir führen und wie schreibt man ihn richtig oder gut?

Im folgenden Artikel habe ich einige Erklärungen und Anregungen für Euch gesammelt. Ich entnehme sie (wie immer) dem theoretischen Wissen, das ich in diversen Literaturkursen angesammelt habe und meinen eigenen praktischen Erfahrungen. Da der Artikel etwas länger ist, und ich Euch einen guten Überblick geben will, ohne Euch zu erschlagen, bringe ich ihn in 6 Teilen heraus. Jeden Montag und Freitag gibt es einen. :) Enjoy!

 

“Schreiben Sie realistischen Dialog!” Dieser beliebte Tipp für Schreiberlinge ist um einiges problematischer, als er scheint. Natürlich sollte Dialog realistisch klingen, sonst kann der Leser sich nicht mit den Charakteren in der Geschichte identifizieren. Wir müssen nur einen Jane Austen-Roman aus dem Regal nehmen um das zu erkennen. Die Ausdrucksweise ihrer Figuren ist für uns heute altertümlich und gewöhnungsbedürftig.

 

Aber …äh, also… habt Ihr vielleicht mal so drauf geachtet wie Ihr …Na ja, redet? Ihr wisst schon! Na… hm.., halt so im normalen Leben. Mein ich.

 

Macht Euch doch mal den Spaß und nehmt Euch in einem Gespräch mit einem anderen auf. Oder beobachtet Euch oder andere einfach mal bewusst.

Realismus ist in diesem Fall, dass Dialoge in der Wirklichkeit voller Stops, voller “ähm” und “hm” und “und” sind, Aussagen wiederholen sich oder werden unterschlagen, manchmal fehlen Buchstaben, Verben oder ganze Satzteile. Der andere versteht uns, der weiß schon, wovon wir sprechen und von den Dingen, auf die wir uns beziehen. Wir Menschen haben ein beinahe unglaubliches Talent, Wörter und Ideen einzufügen, die fehlen. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass das gesprochene Wort nur 2% der übertragenen Botschaft ist!

Ein Leser hat aber die anderen 98% nicht! Und er möchte auch nicht wirklich das lesen, was wir im täglichen Miteinander aus unseren Mündern fallen lassen, denn es zu hören ist eine Sache, es zu lesen ist grauenhaft.

Der Tipp ist also nicht “Schreiben Sie realistischen Dialog!” sondern “Schreiben Sie Dialog, der realistisch KLINGT!”

 

Was das praktisch heißt lest Ihr im nächsten Teil!

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Der Realismus des Dialogs – Teil 1 (Einleitung)

Der Realismus des Dialogs – Teil 2 (Wortvarianz und -wiederholung)

Der Realismus des Dialogs – Teil 3 (Satzlänge)

Der Realismus des Dialogs – Teil 4 (Charakterisierung)

Der Realismus des Dialogs – Teil 5 (Andere Kunstformen) (Erscheint am 31.8.2012)

Der Realismus des Dialogs – Teil 6 (Visualisierung) (Erscheint am 03.09.2012)

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Nächster Teil

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