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Sep 24

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Lasst Euch Zeit für Eure Korrektur!

“If there’s one thing almost all writers agree on,it’s that we can’t trust our judgement on our freshly written work.”, schreibt Ursula K. Le Guin in ihrem Trainingsbuch für Schreiber “Steering the craft”.

Dass wir unsere Arbeit bewerten und nachkorrigieren müssen, ist sicherlich jedem von Euch bewusst. Ob eine Schulaufgabe, ein Bewerbungsschreiben oder ein Buch, alles muss nachkorrigiert werden. Dabei sind nicht nur Rechtschreibung- und Grammatikfehler zu beseitigen. Oft müssen wir bereit sein, ganze Paragraphen oder gar Kapitel umzuschreiben oder wegzustreichen, weil wir feststellen, dass sie einfach nicht wirken und wir sie einfach nicht zum Wirken bekommen. Das ist normal und absolut in Ordnung!

Leider funktioniert das nur, wenn wir genügend Abstand zu unserer Arbeit haben. Wenn wir grade 2 Stunden damit verbracht haben, einen Aufsatz oder eine Kurzgeschichte zu verfassen, dann sind wir emotional nicht in der Lage, sie zu bewerten. Wir sind froh, dass wir die Arbeit erledigt haben, wir haben es gerade erst so geschrieben, es klingt alles gut oder zumindest gut genug für uns. Wir wollen es nicht auseinanderrupfen.

In diesem Moment ist es Zeit, die Schublade zu öffnen oder die Word-Datei zu schließen und unsere Arbeit aus unserem Sichtfeld verschwinden zu lassen.

In der Regel plädiere ich dafür, dass mit steigendem Umfang oder Wichtigkeit der Arbeit auch die Pause länger sein sollte, die wir uns zum Bewerten geben. Für ein Buchkapitel sollten zwei Wochen Minimum sein. Für einen Aufsatz zwei bis drei Tage. Für einen Brief eine Nacht.

Im absoluten Minimum sollten wir eine Nacht darüber schlafen, und wenn einfach keine Zeit ist (ja, auch ich habe in meiner Schulzeit Nächte durchgearbeitet, um etwas doch noch für den folgenden Tag fertig zu bekommen ;) ), dann sollten wir uns zumindest eine halbe Stunde oder Stunde geben, einen Spaziergang machen, zum Sport gehen oder ein Computerspiel spielen. Alles, was ablenkt, ist erlaubt.

Denn erst, wenn wir uns lange genug mit anderen Dingen beschäftigt haben, können wir frisch  auf unser Werk schauen und eine gewisse Distanz dazu aufbauen.

 

Was meint Ihr dazu? Wieviel Zeit gebt Ihr Euch vor der Korrektur? Wie lenkt Ihr Euch ab?

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